Yeti-Race 2005
Datum: Montag, 21.Februar. @ 13:56:21 GMT
Thema: Was so abgeht


Wie schon vor langer Zeit angekündigt habe ich mich letzten Samstag mit Jörg Schlager per Zweirad in Richtung Pannonia-Ring in Ungarn aufgemacht.

Wir trafen uns also wie verabredet morgens um 7.00 Uhr beim Jörg, der schon auf mich wartete. Seine Maschine (CBR600RR) war noch mit Reif bedeckt, da sie die Nacht draussen verbracht hatte.

Die Temperatur dürfte zu diesem Zeitpunkt irgendwo bei Minus 3-5 Grad gelegen haben. Da ich Fieber hatte war mir in meiner Kombi vorerst noch recht warm.



Als erstes fuhren wir mal auf eine Tankstelle um zu Tanken, Luftdruck zu prüfen und was sonst noch so erforderlich war.

Dann fuhren wir durch Graz um im Osten auf die Autobahn zu gelangen. Auf der Autobahn ging es dann recht flott voran. Nach etwa 70 Kilometern mussten wir mal einen Parkplatz anfahren, da mir die Finger in den Sommerhandschuhen zu erfrieren drohten. Glücklicherweise hatte ich meine Winterhandschuh dabei und so ging es nach einer Zigarettenpause weiter Richtung Wien.

Bei Oberwart verliessen wir die Autobahn und fuhren hinter Oberwart über die Grenze. Da ich die Strecke nicht kannte hatte der Jörg das Vergnügen vorzufahren.  Bei Szombathely wusste Jörg mal nicht genau weiter und so fragten wir einen Passanten, der uns in deutscher Sprache anbot uns den Weg bis nach Savar zu zeigen. Ab Savar waren wir dann alleine Unterwegs und fanden auch recht schnell die Rennstrecke. Gleich in der Einfahrt zum Pannonia-Ring in der Unterführung erwartet uns auf der rechten Seite eine Eisfläche die wir auf der Gegenspur umfahren. Jörg ist sichtlich durchgefroren.

Noch sind recht wenige Leute auf dem Parkplatz im Fahrerlager, aber Erik Unger, Ramin und der Michi sind auch schon da. Nach einem kleinen Smalltalk fängt Jörg schon mal an überflüssiges wie Spiegel und Blinker von seiner Honda CBR600RR abzuschrauben. Dem Erik seine R6 will nicht so ohne weiteres anspringen und so schiebt er sie zu einem Starterplatz.

Jörg beim Spiegel demontieren

Nachdem Jörg alles demontiert hatte und Scheinwerfer, sowie andere splitternde Teile abgeklebt hatte ging er sich erstmal anmelden. Während dessen rief ich mal meine Freundin an um ihr zu sagen das wir gut angekommen sind. Es fing ein wenig an zu schneien.

Dann wechseln wir nochmal den Standplatz neben einen Stromkasten, damit der Erik seine Reifenwärmer in Betrieb nehmen kann.

Um uns ein wenig aufzuwärmen gingen wir also erstmal in das neue Gebäude der MotoGroup. Dort gab es viele Ducaties zu sehen auf allen sassen nette junge Damen. Nach etwa 10 Minuten wird es uns dort aber schon wieder zu warm und wir gingen wieder raus.

Jörg fuhr erstmal tanken und anschliessend liess er den Druck in den Reifen ab, leider beim Vorderreifen etwas zu viel. Glücklicherweise kamen irgendwann ein paar Ungarn mit einem Kompressor an unseren Stromkasten und so konnte Jörg den Vorderreifen wieder aufpumpen.

Gegen 11.15 Uhr konnte man dann auch die Transponder holen, was ich übernahm während Jörg und Erik sich für die ersten Trainingsrunden fertig machen.

Jörg gibt mir seine Stoppuhr und so stoppe ich mal die ersten Trainingsrunden, die noch nicht so wirklich gute Zeiten bringen (um die 2.45 Minuten). Beim zweiten Trainingsturn sind beide schon 10 Sekunden schneller unterwegs.

Um 12.50 Uhr ist dann Fahrerbesprechnung, an der ich ebenfalls teilnahm. Anschliessend wird die Zeit schon etwas knapper, denn der Start ist für 13.13 Uhr angesagt.

Also raus zu den Maschinen, Transponder auf Eriks R6 montiert und Reifenwärmer abgenommen. Erik fährt soll wie besprochen den ersten Teil des Rennens fahren.

Nach zwei Aufwärmrunden erwarte ich Erik zum Lemans-Start an der Startaufstellung um seine Maschine zu halten. Der Start wird pünktlich um 13.13 Uhr vorgenommen und ich habe ein paar Runden mit der Stoppuhr festgehalten.

Als ich nach 25 Minuten der Renndistanz an die Boxenmauer gehe um Erik ein Zeichen zu geben, das in 2 Runden Wechseln angesagt sei, schert er bereits schon in die Boxengasse ein. Ich rannte schnell rüber zum Jörg und sagte ihm, das er sich fertig machen müsste, da Erik schon komme. Als Erik bei uns ankam, war Jörg bereits startklar, so montierte ich noch schnell den Transponder um und Jörg fuhr los.

Kaum hatte Erik den Helm abgenommen kam auch schon Andy Meklau mit dem Mikro daher um Erik zu interviewen. Wie alle kam als erstes vom Erik das es sau kalt war. Dann sprachen sie noch über das neue Software-Produkt, welches Erik gerade in der Mache hat.

Ich ging also wieder an die Boxenmauer und stoppte manuell die Zeiten vom Jörg, die im Schnitt so um die 2.28 lagen.

[ZITAT vom Jörg]

 Kurzfassung:
Es waren extrem viele Leute (auch normale Zuschauer!) dort, 40 Teams sind schlussendlich gestartet. Bei 7 davon ist die Zeitnehmung aufgrund der tiefen Temperaturen ausgefallen, wir gehoeren leider auch dazu. Unsere Zeiten sind somit von der Boxencrew [1] handgestoppt, durch Messung ueber mehr als 10 Runden wird der Fehler aber nicht so schlimm sein.

Aussentemperatur war um 0 Grad, Asphalt laut IR-Thermometer +2 Grad, ganz leichtes Schneestoebern. Ideale Verhaeltnisse also, um den Yeti zu jagen. In der 5er und 18er gabs sogar noch etwas Eis/Schnee auf der Ideallinie. Sieger Radostics faehrt Bestzeit mit 2:10, Erik pendelt so um 2:25 mit 2:23 in der besten Runde. Ich selbst verbessere mich noch auf eine hohe 2:25, schaffe aber immerhin in meinen ersten 10 Runden (solang die Kondi halt reicht) konstant um 2:28.

Unsere Platzierung wissen wir wegen der Zeitnehmungsprobleme leider nicht genau. Ein Vergleich unserer handgestoppten Zeiten mit den Transponderzeiten der Konkurrenz bringt uns aber ca. auf Platz 10 von 40 Teams, wir sind damit auch schwer zufrieden.

Auch zufrieden bin ich mit der CBR, die geht gar ned so schlecht. Es ist zwar noch Verbesserungspotential, aber die Fahrerei war trotz mieser Verhaeltnisse wesentlich entspannter (und schneller) als mit der Fazer.

[/ZITAT vom Jörg]

Jörg fuhr dann das Rennen bis zum Ende sauber durch. Leider hatte unser Transponder eine Macke und so blieben nur unsere Messwerte der manuellen Messung. Da die Restaurationen nicht geöffnet waren fuhren Jörg und ich nach Montage der abgebauten Teile wieder Richtung Heimat um unterwegs was zu essen.

Kurz vor der Grenze mussten wir noch Tanken, da Jörg schon lange auf Reserve umgeschaltet hatte. Erst in Oberwart beim Mc Donalds haben wir dann endlich was zu futtern bekommen. Als wir etwa gegen 18.15 Uhr zu Hause waren, bin ich nur noch in die Badewanne und ins Bett gefallen.

Alles in allem war es aber ein gelungener Tag. Sollte es nächstes Jahr wieder so eine Veranstaltung geben, bin ich sicher wieder dabei.







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